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Was da gegenwärtig auf allen TV-Kanälen kocht, etwa fünfzig Stunden pro Woche, deutet auf einen Wandel. Leben soll sich nicht in purer Nahrungsaufnahme erschöpfen. Man möchte zuschauend oder selber probierend am „Schöpfungsprozess“ Teil haben: Aus Chaos zur Schöpfung, aus dem Nichts zum Genuss, aus dem Sein zum Design.
Allerdings isst man in Kochshows nicht gemeinsam. Auffällig ist, dass die meisten Kulturen (unsere heutige ausgenommen) gemeinsam essen. Mahlzeiten haben eine kommunikative Struktur. Man ernährt sich eben nicht nur von der Speise, sondern auch – zur Vermeidung des „sozialen Todes“ – von anderen Menschen, jedenfalls im übertragenen, symbolischen Sinn.
Und: Damit man einander nicht auffrisst, aber damit man auch zur Würdigung und „Schönheit“ von Essen und Trinken gelangt, gibt es die Anleitung und Regulierung des Essens durch Speisegebote, durch Fastengebote , durch Abstinenz, durch ausgelassenes Feiern, durch Dankbarkeit und durch Teilen.
Aus der Spannung zwischen selbst essen und gemeinsam essen hat sich die Tischgemeinschaft entwickelt. Die Tischgesellschaft ist sozusagen das „Gute“ des Essens. Ihr Leitmotiv ist das des Denkens in der Gemeinschaft. Essen und Sprechen haben ihre Herkunft im Anderen. Es gibt keine Selbsterhaltung ohne Fremderhaltung. Zunächst sind wir Wesen, die angesprochen und gefüttert werden. Wir müssen lernen, gut zu essen und Essen zu geben. Also, muss man gut essen, auch um der Gastfreundschaft zu genügen.
Wir laden ein zum praktischen Probieren zwischen Genuss, Gier und Askese.
Ziele:
Das eigene Schmecken entdecken;
Kochen als Kreative Tätigkeit erfahren;
theologische Dimensionen von Kochen und (gemeinsamen) Essen kennenlernen.
Thematische Schwerpunkte:
Schule des Geschmacks
Kochen und Essen als Feld zwischen Alltag, Kunst und Spiritualität
Gastrosophie als Lehre von gutem Kochen, Essen und Leben
Methoden/ Arbeitsweisen:
Geschmacksübungen
Kochexperimente
gemeinsame inszenierte Mahlzeiten
spirituelle und künstlerische Impulse
Austausch und Reflexion in der Gruppe
Spuren vom Workshop 2012>>>
Spuren vom Workshop 2011>>>
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