BIBLIODRAMA ATELIER
"Spurensuche Spritualität"

15. -18. Sept. 2010 im Burckhardthaus Gelnhausen

Begleitet und geleitet


von Dr. Anne Möser/Paderborn
Andreas Pasquay/Langenfeld
Christoph Riemer/Hamburg

 

Es ging um Spurensuche Spiritualität. Das bedeutete: in Resonanz gehen, experimentieren, sich aufs Spiel setzen, versuchen und sich versuchen lassen, sich spirituell riskieren, sich im Spiel verlieren und gewinnen, zu einem eigenen schöpferischen Ausdruck finden. Nur wenn man sich spirituell berühren lässt, kommt Bibliodrama in Gang.
Die Arbeitsweise Atelier nimmt das subjektiv Faszinierende zum Ausgangspunkt und befreit von der rezeptiven Kongresskultur. Hier geht es um spirituelle Selbstbildung statt um Belehrung.
Was geschieht, wenn sich alle Teilnehmenden völlig einem "Text" stellen, sich ihm aussetzen und ihn von innen bibliodramatisch ausloten? Das Bibliodrama-Atelier wird zu einem Exerzitium besonderer Art – liturgisch, performativ, begeisternd und experimentell. „Schmecket und sehet!“ auf allen Ebenen: eine spirituelle Garküche.
Der gemeinsame Text:
Jesus Sirach 32
 
 
Eile rasch heim in Dein Haus,
 
dort erheitere Dich,
 
dort spiele und tu,
 
was Dir in den Sinn kommt.
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                                                                       zusammengestellt von Hartmut Lotz

 

 

  Resonanzworte I

Der Fächer,

um mir den Wind nutzbar zu machen

Überraschung

Kreativ, intensiv und frei – und – ratlos

Ich will spielen - und - nicht allein

Angekommen

Stille, Bewegung – bei mir sein

Der leere Brief

Innere Bewegung

Köstlich

Schwebend, gleißend

 
 

Zwei Zitate zum geistlichen Impuls am 2.Tag  (von Andreas Pasquay)

 John Cage
„Ein Klang besitzt nichts,

ebenso wenig wie ich ihn besitze.

Ein Klang hat sein Sein nicht,

er hat nicht einmal die Gewissheit,
in der folgenden Sekunde zu existieren.
Befremdend ist, dass er kam, um da zu sein,

genau in dieser Sekunde.

Und dass er vergeht.

Das Rätsel ist der Prozess.
 
   

Schlusswort der Weisheit Salomo 19,17-20

„Denn wie auf dem Psalter die Töne verschiedene Melodien hervorbringen, obwohl sie im Klang immer gleich bleiben, so tauschen sich die Elemente gegenseitig aus, wie man deutlich sehen kann, wenn man das geschehene betrachtet.

Denn was auf dem Lande zu leben pflegt, das ging ins Wasser, und was im Wasser zu sein pflegt, stieg aufs Land.

Das Feuer wuchs im Wasser über seine natürliche Kraft hinaus, und das Wasser vergaß seine Kraft zum Löschen.

Die Flammen dagegen verzehrten nicht das Fleisch der sterblichen Tiere, die darin umherliefen, und brachten nicht die himmlische Speise zum Schmelzen, die doch wie Eis leicht schmilzt.

Verlauf und mehr zu John Cage>>>

 

 



 
Resonanzworte II

Rätselhaft
Verbrannter Grund
Ich half ihm nicht
Große Freude
Zerstört
Fremdes Land
Tanzendes Tier

Es riecht nach Verbranntem bei der Suche nach dem gleißenden Licht

Unterdrückte Kräfte
Geharnischt
Und er lacht
 
 

Resonanzworte III

Eingeascht

Achtsamkeit

Heimat ist angebracht

Geschehen lassen

Atmende Gelöstheit

Die Antwort ist der Prozess

Auf einem guten Weg

Asche Regen - Asche Segen

Bitte schön

Die Wucht in Tüten

Das Verrückte macht Sinn - Erstaunen


 
Zum geistlichen Morgenimpuls von Anne Möser:

"Wieder ein Morgen
ohne Gespenster

im Tau funkelt der Regenbogen

als Zeichen der Versöhnung
Du darfst dich freuen

über den vollkommenen Bau der Rose

darfst dich im grünen Labyrinth

verlieren und wiederfinden
in klarer Gestalt
Du darfst ein Mensch sein
arglos
Der Morgentraum erzählt dir
Märchen du darfst
die Dinge ordnen
Farben verteilen
und wieder
schön sagen
an diesem Morgen

du Schöpfer und Geschöpf" (Rose Ausländer)

Resonanzworte IV
 
Klare Gestalt

Schön arglos – arglos schön

Ohne Gespenster

Labyrinth verlieren und wiederfinden

Dieser Morgen
Du darfst mich verlieren
und wiederfinden
Du darfst Dinge verteilen
Halleluja
Geschöpf und Schöpfer
Schmerz los
Und wieder ‚schön‘ sagen
Sich verlieren
Arglos

Resonanzworte V

Ich eile noch nicht nach Hause

Bewegung
Mit bunter Bedeckung
Rosenkrieg
Ob es das gibt

Angekommen bei mir zu Hause?

Das Spiel ist stärker als alle Weisheit

Pulsierendes Leben
Erstaunen
Herein
Ein Hauch nur
Und dann !
Arglos schön

Ich freu mich auf das ‚Jetzt‘


  

Zum geistlichen Morgenimpuls TISCH von Andreas Pasquay:

 

aus Psalm 23
Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des Herrn immerdar
 
.                                                                        Gesamtverlauf als PDF>>                 

 

 Resonanzworte VI

Liturgische Handlung- reichhaltig

O Weisheit -
Hausumbau war nötig

Ansprechender Text

Dein Wort ist meines Füßes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege

Bücher sind Lebensmittel

'Es' ist angerichtet

Du bereitest vor mir

Ausgeliefert an den Tisch des Herren

Es ist alles bereitet

Sammlung

Gott hat uns den geist der Kraft, der Liebe
und der Besonnenheit geben

 

 
  

Abschlußpräsentation vergrößerten Prozess-Spuren


kreatives Fest - will sich entwickeln

 

 

 

"Bewegung bringt Veränderung"

"Freiheit"

"Glückliche Leere"

"Im Spiel liegt Wahrheit"

  

„Ich bin da mit dem Geheimnis meiner Person, das nur Gott kennt….“

zuhause....ohne gespenster

 
geh heim und finde in deinem leib

gott , einen heiligen tempel

geh heim und weine herzenslustfreudentränen

         in die farbigen wipfel der buchen

geh heim und lass dich im wagnis der begegnung

         berühren vom zarten hauch der ewigkeit

geh heim und lehne dich am widerstand an

erheitere deinen rücken und finde rückenstärke

geh heim und finde mitten in schutt und asche

         unerwartete cabot

die wucht des lebens wirft mich ins DU
und ich entdecke
im ascheregen
nach herzenslust
aschesegen
und ich steige wie phönix auf
leicht schmeckt die himmlische speise
die doch wie eis schmilzt
und ich tanze
geschöpf ich und schöpferin
im gleißenden licht

                   claudia k im september 2010

Schlussresonanz Andreas

‚ES‘ tat einfach nur gut … das Bibliodrama-Atelier zwischen TEXT und Playing ART auf der eigenen Spurensuche nach Spiritualität (wie immer sie sich auch zeigte). Das Experiment, Bibliodrama als einen freien Spiel- und Erkundungsprozess zu versuchen und sich darin selber von der Atmosphäre des Ateliers anstecken und bewegen zu lassen gelang. Da war viel Bewegung, viel Dichte, viel Experiment, viel TEXT, viel Lachen und die große Chance, sich selber nicht nur ins Spiel zu bringen, sondern sich selber auch aufs Spiel zu setzen.

 

„Eile rasch heim in Dein Haus, dort erheitere Dich, dort spiele und tu,

was Dir in den Sinn kommt.“ (Sirach 32) war ein wunderbarer TEXT für diese bibliodramatische Playing-Arts-Bewegung.

Die Freiheit, die biblische TEXTe öffnen – und die Tiefe, in der sie gründen – berührt besonders in dieser neuen Form des ‚Bibliodrama-Ateliers‘. Sie gilt es unbedingt weiter zu verfolgen und zu entwickeln.

Für mich war es eine besondere Entdeckung, wie sehr ich mich selber als Leitender in den gemeinsamen Prozess der Spurensuche einbringen konnte und mich selber ‚entwickelte‘ – eine sicherlich neue Form der bibliodramatischen Arbeit, die durch die ART & Weise dieses offenen Ereignisfeldes sich mir neu erschloss.

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